FCN Militärisch / Zivil

See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz
Fliegerhorst Nordholz – Zivile Mitnutzung

Militärischer Marinefliegerhorst mit ziviler Mitnutzung an der Nordseeküste in Niedersachsen – Heimat des Marinefliegergeschwaders 3 und Nachfolger des Flugplatzes Bremerhaven.

ICAO: ETMN Höhe: 22 m ü. NN Niedersachsen

Flughafendaten auf einen Blick

Der See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz (IATA: FCN, ICAO: ETMN) ist ein militärischer Flugplatz, der zugleich für zivile Zwecke genutzt wird. Er liegt in der Gemeinde Nordholz im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen, nahe der Nordseeküste. Auf einer Höhe von 22 Metern über dem Meeresspiegel beherbergt er den Fliegerhorst Nordholz, den Heimatstandort des Marinefliegergeschwaders 3 (MFG 3) der Deutschen Marine. Der Flughafen übernahm im Jahr 2016 die zivilen Aufgaben des geschlossenen Flugplatzes Bremerhaven-Luneort und ist seitdem der wichtigste zivil mitgenutzbare Luftfahrtstandort im Großraum Cuxhaven-Bremerhaven. Die Flughafen-Betriebsgesellschaft Cuxhaven/Nordholz mbH koordiniert die zivile Nutzung des militärischen Platzes.

2.440 m
Startbahnlänge
MFG 3
Marine-Geschwader
2016
Zivile Mitnutzung

Geschichte & Entwicklung

Ursprünge als Marineluftschiffhafen

Die Geschichte des Standortes Nordholz reicht weit in die Anfänge der militärischen Luftfahrt zurück. Bereits im Ersten Weltkrieg entstand hier ein Marineluftschiffhafen, der als Operationsbasis für die gefürchteten deutschen Zeppeline diente, die feindliche Ziele in England und über der Nordsee angriffen. Die gigantischen Hallen für die Zeppelin-Luftschiffe prägten das Landschaftsbild und machten Nordholz zu einem der bedeutendsten Marineluftfahrtstandorte im Deutschen Reich. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Infrastruktur gemäß den Friedensverträgen demontiert oder der Zivilgesellschaft übergeben werden.

Wiederaufbau und Zweiter Weltkrieg

Im Zuge der deutschen Wiederaufrüstung während des Nationalsozialismus wurde der Standort Nordholz in den 1930er-Jahren wieder aktiviert und zu einem modernen Militärflughafen ausgebaut. Im Zweiten Weltkrieg übernahm der Platz erneut bedeutende Aufgaben für die Kriegsmarine und die Luftwaffe. Küstenaufklärung, Seepatrouillen und U-Boot-Jagdmissionen wurden von hier aus koordiniert und geflogen. Die strategische Lage nahe der Nordseeküste und der Elbmündung machte Nordholz zu einem wichtigen Baustein in der deutschen Seekriegsstrategie.

Bundeswehr und Marino Fliegergeschwader 3

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung der Bundeswehr wurde der Fliegerhorst Nordholz zum Heimatstandort des Marinefliegergeschwaders 3 (MFG 3). Das Geschwader ist auf Seeaufklärung, Seefernaufklärung sowie maritime Patrouillenflüge spezialisiert und betreibt unter anderem moderne Seefernaufklärer wie den P-3C Orion. Der Standort gehört damit zu den NATO-relevanten Stützpunkten in Norddeutschland und ist in das kollektive Verteidigungssystem eingebunden. Regelmäßig finden NATO-Übungen und internationale Gäste am Fliegerhorst statt.

Übernahme der zivilen Funktion Bremerhavens (2016)

Als der Flugplatz Bremerhaven-Luneort im Jahr 2016 seinen Betrieb einstellte und endgültig geschlossen wurde, übernahm der Fliegerhorst Nordholz als See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz dessen zivile Aufgaben. Damit wurde die Versorgung der Region mit ziviler Luftfahrt – darunter Linienflüge zu den Nordseeinseln, Luftrettung und Werksverkehr – sichergestellt. Die Flughafen-Betriebsgesellschaft Cuxhaven/Nordholz mbH wurde gegründet, um die zivile Mitnutzung des Platzes zu organisieren und gegenüber den militärischen Nutzern zu koordinieren. Diese besondere Konstellation militärischer und ziviler Nutzung macht den Flughafen einzigartig in der norddeutschen Luftfahrtlandschaft.

Infrastruktur & militärische Nutzung

Gemeinsame militärisch-zivile Nutzung

Der Flughafen Nordholz ist ein Paradebeispiel für die Doppelnutzung militärischer Infrastruktur. Während die Bundeswehr den Platz für militärische Übungen, Patrouillenmissionen und den Betrieb des MFG 3 nutzt, stehen die Start- und Landebahn sowie bestimmte Vorfeldbereiche auch für zivile Flüge zur Verfügung. Die zivile Nutzung umfasst dabei Linienflüge zu ausgewählten Zielen, Charterflüge, Luftrettungseinsätze sowie den Werksverkehr von Industrieunternehmen in der Region Cuxhaven. Die Koordination zwischen militärischem und zivilem Luftverkehr erfordert präzise Absprachen und eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und der zivilen Flughafenbetriebsgesellschaft. Militärische Übungen haben grundsätzlich Vorrang, weshalb zivile Flüge entsprechend eingeplant und koordiniert werden müssen.

Werften, Luftrettung und Inselflüge

Ein wesentlicher Schwerpunkt der zivilen Nutzung liegt in den Inselverbindungen. Die Nordseeinseln – darunter die Hochseeinsel Helgoland – sind von Nordholz aus erreichbar und werden für touristische sowie logistische Zwecke, unter anderem für die Notfallversorgung von Inselgruppen, angeflogen. Darüber hinaus ist der Standort ein wichtiger Stützpunkt für die Offshore-Windkraftindustrie in der Nordsee, da Techniker und Servicepersonal häufig per Hubschrauber oder Kleinflugzeug zu den weit vor der Küste gelegenen Anlagen transportiert werden müssen. Die Luftrettung, die in der dünn besiedelten Region von besonderer Bedeutung ist, nutzt ebenfalls die Infrastruktur des Fliegerhorsts. Weitere Nutzungsformen umfassen Behördenflüge, Vermessungsflüge und Arbeitsflüge der ansässigen Industrie.

Start- und Landebahnen

Die Start- und Landebahn des Fliegerhorsts Nordholz ist für mittelschwere Militärflugzeuge ausgelegt und bietet mit ihrer Länge von 2.440 Metern auch für zivile Jets ausreichend Raum. Der Betonbelag gewährleistet eine hohe Belastbarkeit, wie sie für Militärmaschinen erforderlich ist.

KennungLängeBreiteBelagNutzung
08 / 262.440 m45 mBetonMilitärisch & zivil

Die Bahn ist mit den Instrumentenlandesystemen der Bundeswehr ausgestattet und erlaubt präzise Anflüge bei schlechten Wetterbedingungen – ein wichtiges Merkmal für den Einsatz in der oft nebligen norddeutschen Küstenregion.

Verkehrsanbindung

VerkehrsmittelVerbindungEntfernung
🚗 Bundesstraße B 71Cuxhaven ↔ Nordholz~15 km
🚗 Autobahn A 27Richtung Bremen / Hamburg~25 km
🚌 RegionalbusverbindungCuxhaven – Nordholz

Der Flughafen ist über die Bundesstraße B 71 gut an die Region Cuxhaven angebunden. Von der Autobahn A 27, die Bremerhaven mit Cuxhaven verbindet, ist Nordholz in wenigen Minuten erreichbar. Öffentliche Verkehrsmittel sind vorhanden, aber aufgrund der ländlichen Lage empfiehlt sich die Anreise mit dem Auto. Ein eigener Bahnhof ist nicht vorhanden; der nächste Bahnhof liegt in Cuxhaven.

Quellenangaben

1
Wikipedia – See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz: de.wikipedia.org/wiki/See-Flughafen_Cuxhaven/Nordholz (Stand: April 2026)
2
Bundeswehr – Marinefliegergeschwader 3 Nordholz: www.bundeswehr.de