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Flughafendaten auf einen Blick
Der Flughafen Bremen „Hans Koschnick" (IATA: BRE, ICAO: EDDW) ist der internationale Verkehrsflughafen des Bundeslandes Bremen. Er liegt im Bremer Stadtteil Neustadt und befindet sich damit in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum – nur wenige Kilometer vom Bremer Hauptbahnhof entfernt. Mit einer Gesamtfläche von rund 314 Hektar gehört er zu den mittelgroßen deutschen Verkehrsflughäfen. Als einer der ältesten noch in Betrieb befindlichen Flughäfen Deutschlands blickt er auf mehr als ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte zurück. Die enge Verflechtung mit der Luft- und Raumfahrtindustrie – darunter Airbus und ArianeGroup – macht den Standort zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die gesamte Metropolregion Bremen-Oldenburg. Der Flughafen wird von der Flughafen Bremen GmbH betrieben, an der die Freie Hansestadt Bremen die Mehrheit hält.
Geschichte & Entwicklung
Anfänge 1913 – Pionierzeit der Luftfahrt
Der Flughafen Bremen wurde im Jahr 1913 gegründet und gehört damit zu den absolut ältesten Luftfahrtstandorten Deutschlands und ganz Europas. In einer Zeit, als Flugzeuge noch eine Kuriosität waren, wagte sich Bremen als eine der ersten deutschen Städte an die Schaffung einer organisierten Luftinfrastruktur. Die ersten Flüge dienten hauptsächlich Demonstrationszwecken und der Post- und Güterbeförderung over noch kurze Strecken. Bereits in diesen frühen Jahren entwickelte sich Bremen zu einem Zentrum der deutschen Luftfahrt, was nicht zuletzt auf die maritime und industrielle Tradition der Hansestadt zurückzuführen war.
Zwischenkriegszeit und Ausbau
In der Weimarer Republik erlebte der Flughafen Bremen eine erste Blütezeit. Mit der Gründung von Lufthansa im Jahr 1926 – aus dem Zusammenschluss der Deutschen Luft Hansa – wurde Bremen zu einem wichtigen Knotenpunkt im entstehenden deutschen Streckennetz. Der Platz wurde für größere Flugzeugtypen ausgebaut und erhielt verbesserte Navigations- und Landetechnik. Zahlreiche internationale Verbindungen wurden von Bremen aus aufgebaut, wodurch die Stadt in enger Verbindung mit den damals bedeutendsten europäischen Metropolen stand. Der Flughafen profilierte sich als moderne Verkehrsinfrastruktur und Symbol des wirtschaftlichen Aufstiegs Bremens.
Zweiter Weltkrieg und US-amerikanische Nutzung
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Flughafen primär für militärische Zwecke genutzt. Nach der Niederlage des Deutschen Reichs übernahmen die US-amerikanischen Streitkräfte den Flughafen als Air Base und nutzten ihn für die Stationierung und den Betrieb ihrer Militärflugzeuge. Diese Nutzung war ein prägendes Element der Besatzungszeit und hinterließ deutliche Spuren in der Infrastruktur des Flughafens. Im Jahr 1949 – mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der schrittweisen Normalisierung des zivilen Lebens – wurde der Flughafen Bremen schrittweise wieder für den zivilen Luftverkehr freigegeben.
Wachstum in den 1970er bis 1990er Jahren
Die Jahrzehnte nach der Wiedereröffnung waren von kontinuierlichem Wachstum geprägt. In den 1970er und 1980er Jahren stiegen die Passagierzahlen stetig an, was umfangreiche Investitionen in Terminalgebäude und Rollbahnen erforderlich machte. In den 1990er Jahren wurde das Terminal erheblich erweitert; neue Abfertigungskapazitäten und ein modernes Check-in-System wurden eingeführt. Die Eröffnung additiver Terminalabschnitte und die Modernisierung der Gepäcksortieranlage sorgten für deutlich mehr Komfort für Reisende und verbesserte Abläufe für die Fluggesellschaften. Auch der Aufbau des Ryanair-Terminals in dieser Periode sorgte für einen massiven Anstieg des Niedrigpreisflugverkehrs.
Namensgebung nach Hans Koschnick
Der Flughafen trägt seit einigen Jahren den Zusatz „Hans Koschnick Airport", benannt nach dem langjährigen Bremer Bürgermeister Hans Koschnick (1929–2016), der die Stadtpolitik Bremens über Jahrzehnte prägte und als überzeugter Europäer große Verdienste um die internationale Vernetzung der Hansestadt erwarb. Diese Ehrung würdigt seinen politischen Gestaltungswillen und seinen Beitrag zur Öffnung Bremens gegenüber der Welt – ein Anspruch, dem der internationale Flughafen in besonderer Weise gerecht wird.
Terminals & Infrastruktur
| Terminal | Funktion | Status |
|---|---|---|
| Terminal 1 | Hauptterminal (Full-Service-Carrier) | ✅ In Betrieb |
| Terminal 2 | Abfertigungsbereich Schengen | ✅ In Betrieb |
| Terminal 3 | Non-Schengen / Interkontinental | ✅ In Betrieb |
| Terminal E | Ryanair Dedizierter Terminal | ✅ In Betrieb |
Terminalstruktur und Modernisierung
Der Flughafen Bremen verfügt über vier aktive Terminalabschnitte, die unterschiedliche Verkehrsströme abdecken. Das Hauptgebäude beherbergt die zentralen Check-in-Schalter, die Sicherheitskontrolle sowie die Abflugebenen für alle Schengen-Destinationen. Die Architektur des Hauptterminals ist funktional und modern gestaltet; mehrere Renovierungen haben das Erscheinungsbild in den vergangenen Jahren aufgefrischt. Das separate Terminal E wurde speziell für den Niedrigpreisträger Ryanair gebaut und ermöglicht eine effiziente Abfertigung großer Passagiermengen mit optimierten Prozessen und einfacher Infrastruktur. Alle Terminals sind untereinander verbunden und verfügen über Gastronomie, Einzelhandel sowie Dienstleistungsangebote für Reisende.
Kontrollturm und Flughafenfeuerwehr
Der Kontrollturm des Flughafens Bremen wird von der Deutschen Flugsicherung (DFS) betrieben und überwacht den gesamten Luftverkehr im Nahbereich des Flughafens. Die Flughafenfeuerwehr unterhält rund um die Uhr einen Bereitschaftsdienst in der Kategorie 6 gemäß ICAO-Vorgaben und ist damit für die Abfertigung von Verkehrsflugzeugen mittlerer Größe ausgerüstet. Wartungseinrichtungen für Flugzeuge sowie ein Frachtbereich mit Direktanbindung an die Straße ergänzen die technische Infrastruktur des Airports.
Start- und Landebahnen
Der Flughafen Bremen verfügt über zwei Start- und Landebahnen, wobei die Hauptbahn 09/27 für den regulären Linienverkehr zugelassen ist. Die Ost-West-Ausrichtung ist typisch für norddeutsche Flughäfen und ermöglicht Instrumentenanflüge (ILS) aus beiden Richtungen.
| Kennung | Länge | Breite | Belag | Nutzung |
|---|---|---|---|---|
| 09 / 27 | 2.040 m | 45 m | Asphalt | Hauptbahn Linienverkehr |
| 05 / 23 | 700 m | 23 m | Asphalt | Allgemeine Luftfahrt |
Die Hauptbahn 09/27 mit 2.040 Metern Länge ist für mittelgroße Verkehrsflugzeuge wie Boeing 737 und Airbus A320 ausgelegt. Größere Langstreckenflugzeuge können den Flughafen aufgrund der Bahnlänge nicht voll beladen anlaufen. Die kürzere Bahn 05/23 dient hauptsächlich der Allgemeinen Luftfahrt, Schulungsflügen und kleineren Propellermaschinen.
Passagier- & Frachtstatistiken
Der Flughafen Bremen verzeichnet nach dem pandemiebedingten Einbruch eine schrittweise Erholung. Die Passagierzahlen haben sich wieder auf einem stabilen Niveau eingependelt, wenngleich sie die Vor-Corona-Höchstwerte noch nicht wieder vollständig erreicht haben.
| Jahr | Passagiere | Flugbewegungen | Tendenz |
|---|---|---|---|
| 2023 | ca. 1.493.000 | ca. 18.500 | ↑ Wachstum |
| 2022 | ca. 1.250.000 | ca. 16.000 | ↑ Erholung |
| 2021 | ca. 580.000 | ca. 9.800 | ↓ Pandemie |
| 2020 | ca. 880.000 | ca. 11.500 | ↓ Pandemie |
| 2019 | ca. 2.280.000 | ca. 27.000 | Vor-Corona-Hoch |
Airlines & Ziele
Der Flughafen Bremen wird von mehreren nationalen und internationalen Fluggesellschaften angeflogen, mit Schwerpunkt auf innerdeutschen, innereuropäischen und Ferienzielen. Die stärkste Marktpräsenz hat Ryanair mit einer eigens für Bremen konzipierten Basis.
| Airline | Typ | Hauptziele |
|---|---|---|
| Ryanair | Low-Cost-Carrier | Dublin, London, Barcelona, Alicante u.v.m. |
| Eurowings | Hybrid-Carrier | München, Wien, Palma de Mallorca |
| Lufthansa | Full-Service-Carrier | Frankfurt, München (Zubringer) |
| TUI Fly | Chartercarrier | Antalya, Hurghada, Mallorca |
| Wizz Air | Low-Cost-Carrier | Polen, Rumänien, Ungarn |
Wirtschaftliche Bedeutung
Airbus und ArianeGroup als Schlüsselfaktoren
Der Flughafen Bremen ist untrennbar mit der Luft- und Raumfahrtindustrie der Region verbunden. Airbus betreibt in direkter Nachbarschaft eine bedeutende Fertigung für Tragflächen und Kabinenkomponenten; der Flughafen dient dabei als Werksflughafen und logistisches Herzstück. Neuproduktionen und Testflugzeuge werden direkt vom Bremer Lande- und Startgelände überführt, was den Airport zu einem integralen Bestandteil der globalen Airbus-Produktionskette macht. Auch die ArianeGroup – Hersteller der Ariane-Trägerraketen – ist in Bremen ansässig und nutzt den Flughafen für den Transport von Bauteilen und Personal.
Diese industrielle Verankerung sorgt für eine stabile Nachfrage nach Business Aviation und Frachtflügen, die den Flughafen auch unabhängig vom touristischen Passagiergeschäft wirtschaftlich tragfähig hält. Schätzungen zufolge sichert der Flughafen mehrere tausend Arbeitsplätze direkt und indirekt in der Region Bremen, insbesondere durch die industriellen Zulieferer und Partnerunternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie.
Verkehrsanbindung
| Verkehrsmittel | Verbindung | Reisezeit (Zentrum) |
|---|---|---|
| 🚋 Straßenbahn Linie 6 | Flughafen ↔ Hbf Bremen | ~16 Minuten |
| 🚌 Linie 27/55 | Flughafen ↔ Neustadt | ~20 Minuten |
| 🚗 Autobahn A 281 | Städtischer Ring → Flughafen | ~10 Minuten |
| 🚗 B 6 / B 75 | Überregionale Zubringerstraßen | variabel |
Die herausragende Stärke des Flughafens Bremen ist seine ausgezeichnete Einbindung in den städtischen und überregionalen Nahverkehr. Die Straßenbahnlinie 6 verbindet den Flughafen direkt mit dem Bremer Hauptbahnhof in nur rund 16 Minuten – ein Wert, der unter deutschen Regionalflughäfen seinesgleichen sucht. Diese schnelle und kostengünstige Anbindung macht den Flughafen besonders für Vielflieger, Geschäftsreisende und umweltbewusste Reisende attraktiv. Der Anschluss an die Autobahn A 281 ermöglicht zudem eine schnelle Anreise aus dem Umland und den angrenzenden Bundesländern Niedersachsen und Hamburg.
Parken am Flughafen Bremen
Am Flughafen Bremen stehen Kurz- und Langzeitparkplätze sowie Parkhäuser unmittelbar am Terminal zur Verfügung. Günstigere Außenparkplätze mit kurzem Shuttleservice ergänzen das Angebot für sparfreudigere Reisende.
